Diagnosen von psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen

Eine kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung empfiehlt sich bei folgenden Störungsbildern:

Autismus Kinder

Ihr Kind zeigt reduziertes Interesse an sozialen Kontakten und reduziertes Verständnis sozialer Situationen. Dies könnten Hinweise auf eine Autismus-Spektrum-Störung sein.

ADHS Kinder ↓

Ihr Kind hat Schwierigkeiten in der Schule, zeigt impulsives Verhalten und hat einen hohen Bewegungsdrang. Dies könnten Hinweise auf ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) sein.

Depressionen bei Kindern, Depressionen bei Jugendlichen

Ihr Kind verliert das Interesse an Tätigkeiten, die ihm früher Freude bereitet haben, es leidet unter Konzentrationsschwierigkeiten oder Schlafstörungen oder unter einer andauernd gedrückten Stimmung. Dies könnten Hinweise auf eine Depression sein.

Ängste bei Kindern und Jugendlichen

Ihr Kind entwickelt Ängste mit Symptomen wie unangemessene Furchtsamkeit, Schreckhaftigkeit und/oder zieht sich sehr zurück und der Alltag ist dadurch erheblich beeinträchtigt. Dies könnten Hinweise auf eine Angststörung sein.

Zwangsstörungen Kinder, Zwangsstörungen Jugendliche

Ihr Kind leidet unter chronischem Auftreten von sich aufdrängenden Gedanken, Impulsen oder Handlungen. Diese werden als sehr quälend erlebt und schränken den Alltag erheblich ein. Dies könnten Hinweise auf eine Zwangsstörung sein.

Schizophrenie bei Kindern, Schizophrenie bei Jugendlichen ↓

Ihr Kind zeigt eine veränderte Wahrnehmung der Realität mit Halluzinationen und vermehrten sozialen Rückzug. Dies könnten Hinweise auf eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis sein.

Essstörung bei Kindern, Essstörung bei Jugendlichen ↓

Ihr Kind zeigt Auffälligkeiten im Essverhalten: es findet sich zu dick trotz Untergewicht aufgrund von Nahrungsverweigerung, oder es nimmt Unmengen an Nahrung zu sich und erbricht dann wieder oder es hat regelmäßige Heißhungerattacken und keine Kontrolle mehr über das Essen. Dies könnten Hinweise auf eine Essstörung sein.

 

Selbstverletzendes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen

Ihr Kind verletzt sich selbst, meistens durch Ritzen mit scharfen Gegenständen. Die Ursache davon können verschiedene Krankheitsbilder sein.

Auffälliges Verhalten bei Kindern

Ihr Kind zeigt eine deutliche Abweichung im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und hat in Beziehungen zu anderen Mitmenschen Schwierigkeiten. Dies könnten Hinweise auf eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung sein.

Trauma bei Kindern, Trauma bei Jugendlichen

Ihr Kind zeigt folgende Symptome: Inneres Wiedererleben des Traumas mit sich aufdrängenden Gedanken, Albträumen und Flashbacks, sowie Vermeidungsverhalten, emotionale Taubheit vermehrte Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen nach einer Situation von katastrophaler Bedrohung. Dies könnten Hinweise auf eine Traumafolgestörung sein.

Schulvermeidendes Verhalten ↓

Ihr Kind hat Trennungsängste, Angst vor Leistungsanforderungen, LehrerInnen oder MitschülerInnen, vor Mobbing durch andere MitschülerInnen oder körperliche Beschwerden. Diese verschiedene Möglichkeiten von Ursachen brauchen meistens auch eine kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung.

Somatisierungsstörung ↓

Ihr Kind reagiert auf Stress, Ärger und andere belastende Ereignisse mit körperlichen Symptomen wie Bauchweh, Übelkeit oder Kopfschmerzen. Dies könnten Hinweise auf eine Somatisierungsstörung sein.

 
 

Psychiatrische Erkrankungen bei Kinder und Jugendlichen

Autismus Kinder (Autismus-Spektrum-Störungen)

Autismus-Spektrum-Störungen sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen, die durch reduziertes Interesse an sozialen Kontakten sowie einem reduzierten Verständnis sozialer Situationen gekennzeichnet sind. Innerhalb der Autismus-Spektrum-Störungen gibt es unterschiedliche Symptome und Schweregrade.

Zwar sind diese Erkrankungen bis heute nicht ursächlich behandelbar, es können jedoch durch gezielte Therapie die Beeinträchtigungen in der sozialen Interaktion reduziert werden, die Kommunikationsfertigkeiten gesteigert werden und psychische Begleiterkrankungen behandelt werden.

ADHS Kinder (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)


Wenn ihr Kind Aufmerksamkeitsstörungen durch erhöhte Ablenkbarkeit, Abbruch von Tätigkeiten und Vermeiden von Anstrengung bei schulischen Anforderungen oder auch im privaten Bereich zeigt, einen hohen Bewegungsdrang hat und oft handelt ohne nachzudenken, ungeduldig ist und oft Gespräche unterbricht und nicht warten kann bis es an der Reihe ist, dann könnte es sich um eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handeln.

Die Behandlung sollte immer aus mehreren therapeutischen Maßnahmen bestehen: Der Schwerpunkt liegt in einer ausführlichen Psychoedukation, Elterntraining und Psychotherapie der PatientInnen, die bei Bedarf auch mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert werden können.

Depressionen bei Kindern, Deptressionen bei Jugendlichen


Hauptsymptome einer depressiven Erkrankung sind gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit, Interessensverlust und erhöhte Ermüdbarkeit. Häufig werden auch verminderte Konzentration und körperliche Beschwerden beschrieben wie Schlafstörungen, Appetitverlust, Bauch und Kopfschmerzen.

Hier besteht die Behandlung aus einer Psychotherapie und bei mittelschweren oder schweren Verläufen können auch hier Medikamente, vorzugsweise Serotoninwiederaufnahmehemmer, unterstützend wirken.

Ängste bei Kindern, Ängste bei Jugendlichen (Angststörung)

Wenn ihr Kind Ängste hat, die nicht altersgemäß, stark übertrieben sind und die Alltagsbewältigung erheblich beeinträchtigen, dann könnte ihr Kind unter einer Angststörung leiden.

Die Behandlung setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen: Identifikation von Angstauslösern, Entwicklung eines therapeutischen Stufenplans, für dessen Bewältigung verschiedene Techniken angewandt werden. Man versucht das Kind mit den angstauslösenden Faktoren mit Unterstützung zu konfrontieren, sodass eine Gewöhnung stattfinden kann. Als weitere unterstützende Behandlungsmöglichkeit können auch Medikamente zum Einsatz kommen, die aber immer mit einer Psychotherapie kombiniert werden sollten.

Zwangsstörung Kinder, Zwangsstörungen Jugendliche

Unter Zwangsstörungen versteht man das chronische Auftreten von sich aufdrängenden Gedanken, Impulsen oder Handlungen. Diese werden als sehr quälend erlebt und können den Alltag der Kinder- und Jugendlichen deutlich einschränken und auch in schweren Fällen den gesamten Tagesablauf der PatientInnen und der Familie bestimmen.

Sehr häufige Zwangshandlungen sind Händewaschen, Duschen, Kontrollzwänge, Ordnen, Zählen.

Sehr häufige Zwangsgedanken sind Angst vor Verschmutzung, Bakterien, Giften, religiöse Zwangsgedanken, Zahlen oder sexuelle Gedanken.

Hier ist es wichtig, dass PatientIn und Familie ausführlich über das Krankheitsbild aufgeklärt werden. Eine Psychotherapie und in vielen Fällen auch eine medikamentöse Therapie können hier die Bausteine der Behandlung bilden.

Schizophrenie bei Kindern, Schizophrenie bei Jugendlichen (Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis)


Diese Erkrankungen sind durch Symptome wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen, aber auch verminderter Antrieb, Interessensverlust, Konzentrationsstörungen und sozialen Rückzug gekennzeichnet. Die Betroffenen haben einen gestörten Bezug zur Realität und brauchen hier eine sorgfältige Abklärung, auch zum Ausschluss organischer Ursachen und oft auch eine stationäre Behandlung.

Eine ausführliche Aufklärung der Jugendlichen und der Eltern ist hier notwendig und eine medikamentöse Therapie ist hier meistens unverzichtbar. Für den Langzeitverlauf ist es entscheidend, die PatientInnen für ihre Krankheit zu sensibilisieren und durch Maßnahmen eine Re-Integration in Schule und Berufsausbildung sicherzustellen.

Essstörungen bei Kindern, Essstörungen bei Jugendlichen

Essstörungen fallen dann meistens auf, wenn ihr Kind Auffälligkeiten im Essverhalten zeigt: Wenn es sich zu dick findet trotz Untergewicht aufgrund von Nahrungsverweigerung, oder Unmengen an Nahrung zu sich nimmt und dann wieder erbricht, oder wenn es regelmäßige Heißhungerattacken hat und keine Kontrolle mehr über das Essen hat.

Hier steht vor allem das Erlernen eines neuen Umgangs mit der Nahrungszufuhr im Vordergrund. Je nach Essstörungen stehen unterschiedliche Therapiemethoden zur Verfügung. In vielen Fällen wird auch eine stationäre Behandlung notwendig, vor allem bei akuter Gesundheitsgefährdung oder wenn die PatientInnen Abstand von der vertrauten familiären Umgebung brauchen.

Selbstverletzendes Verhalten bei Kindern, Selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen

Selbstverletzendes Verhalten ist selbst keine Erkrankung, sondern kann als Symptom im Rahmen vieler kinder- und jugendpsychiatrischer Störungsbilder auftreten. Meistens verletzen sich die Jugendlichen durch oberflächliches Ritzen mit scharfen Gegenständen an der Haut. Dies kann interpretiert werden als völlige Überforderung mit dem Gefühlsleben oder einem „Sich wieder-spüren-Können“.

Wichtig ist hier eine umfassende Diagnostik nach zugrunde liegenden psychischen Erkrankungen und eine konsequente Therapie dieser Erkrankungen.

Auffälliges Verhalten bei Kindern (Auffälligkeiten in der Persönlichkeitsentwicklung)

Bei einer deutlichen Abweichung im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Schwierigkeiten in Beziehungen zu anderen Mitmenschen könnten dies ein Hinweis auf eine Persönlichkeitsentwicklungsstörung haben. Meistens haben die Betroffenen einen großen Leidensdruck und ihr persönliches und soziales Leben ist deutlich eingeschränkt.
Eine Grundbedingung der Therapie ist die Beziehungsarbeit. Die Therapie ist meistens langfristig angelegt und sollte dennoch einen klaren Inhalt und Focus haben. Unterstützende Medikation kann die Lebensqualität erhöhen oder eine Therapie erst ermöglichen.

Trauma bei Kindern, Trauma bei Jugendlichen (Traumafolgestörungen)

Das sind psychische Störungen von einem beträchtlichen Schweregrad, die unmittelbar oder auch verzögernd nach einer Situation von katastrophaler Bedrohung auftreten. Das können von Menschen verursachte Katastrophen sein, Naturkatastrophen oder schwere Unfälle. Verschiedene Symptome kennzeichnen Traumafolgestörungen: Inneres Wiedererleben des Traumas mit sich aufdrängenden Gedanken, Albträumen und Flashbacks, sowie Vermeidungsverhalten, emotionale Taubheit, vermehrte Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen.

Therapiebausteine sind hier eine ausreichende Stabilisierung, um eine Bewältigung des Alltags zu ermöglichen, eine Begleitung und Unterstützung auch des Umfeldes des Kindes, damit dem Kind geholfen werden kann, das Trauma zu überwinden.

Schulvermeidendes Verhalten

Es gibt verschiedene Gründe für schulvermeidendes bzw. schulverweigerndes Verhalten: Trennungsängste, Angst vor Leistungsanforderungen, Angst vor Lehrern oder Mitschülern, Mobbing durch andere Mitschüler oder körperliche Beschwerden. Oft können auch depressive Störungen oder psychotische Entwicklungen dem zugrunde liegen.Hier ist eine sorgfältige Anamnese mit dem Kind und den Eltern wichtig. Meistens wird auch ein Austausch mit den LehrerInnen der Schule notwendig. Bei einer sehr langen Dauer der Schulabstinenz kann auch ein teilstationärer oder ein stationärer Aufenthalt auf einer Kinder- und Jugendpsychiatrie sinnvoll sein.

Somatisierungsstörung

Wenn ihr Kind auf Stress, Ärger, belastende Ereignisse mit körperlichen Symptomen wie Bauchweh, Übelkeit oder Kopfschmerzen reagiert und immer wieder wechselnde Symptommuster beklagt werden, ohne dass ein somatischer Befund gefunden werden kann, dann könnte es sich um eine Somatisierungsstörung handeln.Sehr wichtig ist es, andere körperliche Ursachen vorher auszuschließen, bevor die Diagnose gestellt wird. Hier liegt ein wichtiger Baustein der Therapie in der Psychotherapie, bei der ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen PatientIn und TherapeutIn bestehen sollte. Eine Erklärung der möglichen psychischen Prozesse hinter der Krankheit (Psychoedukation) gilt als Fundament der erfolgreichen Behandlung einer Somatisierungsstörung.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Dr. med Karoline SCHLICK

​Kinder- und Jugendpsychiaterin (Fachärztin)

Ärztin für Allgemeinmedizin

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